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Lieferando veröffentlicht keine Preisliste für Restaurants. Was Branchenquellen nennen, plus die Abholbestellung, bei der kein Kurier fährt und trotzdem rund 13 % abgehen.

Lesezeit
6
Min.
Von
Team SOUS
Veröffentlicht
Kernpunkte
Dieser Artikel kurz gefasst
Lieferando veröffentlicht keine offizielle Preisliste für Restaurants: mehrere Branchenquellen nennen rund 13 % und bis zu 30 %, sobald Lieferando den Fahrer stellt.
Holt der Gast selbst ab, fährt kein Kurier und es gehen trotzdem rund 13 % des Bestellwerts an die Plattform.
Bei einer Bestellung von 45 € sind das 5,85 €, und bei zwanzig Abholbestellungen pro Woche und Standort kommst Du auf gut 117 € in der Woche.
Die Servicegebühr seit dem 2. April 2025 zahlt der Gast, sie steht aber auf der Rechnung, mit der er Deinen Preis vergleicht.
Abholungen und Wiederholungsbestellungen verlagerst Du am leichtesten, denn dafür tut die Plattform am wenigsten und verdient daran am meisten.
Eine Bestellung über Lieferando kostet Dich Provision auf den vollen Bestellwert, und wie hoch sie ausfällt, hängt davon ab, wer liefert. Lieferst Du selbst oder holt der Gast ab, liegt sie in der Regel bei rund 13 %. Fährt ein Kurier von Lieferando, sind es bis zu 30 %. Eine offizielle Preisliste für Restaurants veröffentlicht Lieferando nicht.
Dazu kommt ein Posten, der auf keiner Abrechnung auftaucht: Du erfährst nicht, wer bestellt hat. Bei der fünften Bestellung desselben Gastes zahlst Du denselben Prozentsatz wie bei der ersten.
Dafür ist SOUS gemacht: ein eigener Bestellkanal neben den Plattformen, mit einer Servicegebühr, bei Abholung ab 1 % und bei Lieferung ab 3 %, statt einer Provision von rund 13 % bis zu 30 %. Bei mehreren Standorten schlägt dieser Unterschied an jedem Standort auf jede Bestellung durch, die direkt bei Dir eingeht.
Was Lieferando pro Bestellung abrechnet
Situation | Was abgerechnet wird |
|---|---|
Du lieferst selbst | rund 13 % Provision |
Der Gast holt ab | rund 13 % Provision |
Lieferando liefert | bis zu 30 % Provision |
Servicegebühr bei eigener Lieferung und Abholung | 2,5 % des Bestellwerts, maximal 0,99 €, zahlt der Gast |
Servicegebühr bei Lieferung durch Lieferando | 5 % des Bestellwerts, maximal 1,49 €, zahlt der Gast |
Offizielle Preisliste für Restaurants | nicht veröffentlicht |
Die Provisionssätze in dieser Tabelle stammen nicht von Lieferando selbst, sondern aus mehreren unabhängigen Branchenquellen: gastro-master.de, delovery.io, gastroinsider.de und deliverest.de, abgerufen am 31. August 2026. Sie zeigen die Richtung, und verbindlich ist am Ende nur, was in Deinem eigenen Vertrag steht. Seit dem letzten Stand dieser Quellen kann angepasst worden sein.
Die Servicegebühr gilt seit dem 2. April 2025 und wird dem Gast berechnet, nicht Dir. Auf Deiner Abrechnung findest Du sie also nicht. Sie steht aber auf der Rechnung, mit der der Gast Deinen Preis vergleicht, und sie macht dieselbe Bestellung für ihn teurer als bei Dir im Laden.
Bei Abholung liefert die Plattform nichts und rechnet trotzdem ab
Auch wenn der Gast selbst zu Dir fährt und das Essen an Deiner Theke mitnimmt, gehen rund 13 % des Bestellwerts an die Plattform. Kein Kurier, keine Route, keine Zustellung. Was die Plattform in diesem Fall leistet, ist die Anzeige Deines Betriebs in der App mit einem Bestellknopf daneben.
Bei einer durchschnittlichen Bestellung von 45 € sind das 5,85 € pro Mal. Bei zwanzig Abholbestellungen pro Woche und Standort kommst Du auf gut 117 € in der Woche, für eine Bestellung, die der Gast ohnehin bei Dir abholt.
Genau diese Abholbestellungen lassen sich am leichtesten in Deinen eigenen Shop verlagern, denn der Gast steht sowieso bei Dir vor der Theke.
Was Du neben der Provision noch verlierst
Die Provision steht auf der Abrechnung, die kannst Du nachrechnen. Der zweite Teil der Kosten steht nirgends.
Du erfährst nicht, wer bestellt hat: E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Bestellhistorie bleiben bei der Plattform. Einem Gast, der dreimal dasselbe bestellt hat, kannst Du deshalb kein Angebot schicken, und Du siehst auch nicht, welches Viertel oder welcher Standort am stärksten wächst. Bei einem Betrieb ist das schade. Bei sechs Standorten fehlt Dir dieser Vergleich sechsmal, und zwar genau dann, wenn Du wissen willst, welcher Standort zurückbleibt.
Wer die Gastdaten hat, entscheidet, ob dieser Gast beim zweiten Mal direkt bei Dir landet.
Was dieselbe Bestellung über Deinen eigenen Shop kostet
In Deinem eigenen Onlineshop zahlst Du auf eine völlig andere Weise, und es lohnt sich, beide Rechnungen nebeneinanderzulegen, weil der Provisionssatz allein zu wenig sagt.
Über Lieferando | Über Deinen eigenen Onlineshop mit SOUS | |
|---|---|---|
Kosten pro Bestellung | Provision von rund 13 % bis zu 30 % | Servicegebühr, bei Abholung ab 1 % und bei Lieferung ab 3 % (SOUS Commerce Launch und Grow) |
Zahlungskosten | in der Provision enthalten | lokale Karte 1,8 % bis 2,2 % plus 0,25 €, internationale Karte 2,8 % bis 3,55 % plus 0,25 € |
Fester Monatsbetrag | keiner | 199 € pro Monat bei monatlicher Zahlung, 159 € pro Monat bei Jahreszahlung, für SOUS Commerce Launch |
Servicegebühr für den Gast | 2,5 % bis 5 %, nach oben gedeckelt | steht nicht auf der Rechnung des Gastes |
Gastdaten | bleiben bei der Plattform | bleiben bei Dir |
SOUS Commerce Launch enthält SOUS Spotlight. Jeder zusätzliche Standort kostet 99 € pro Monat, und dieser Betrag steht vorher fest.
Eine Plattform rechnet einen Prozentsatz ab, der mit jeder Bestellung mitwächst, auch mit der hundertsten Bestellung desselben Gastes. Dein eigener Shop hat einen festen Monatsbetrag plus Zahlungskosten und eine Servicegebühr, bei Abholung ab 1 % und bei Lieferung ab 3 %, also sinken Deine Kosten pro Bestellung mit jeder Direktbestellung, die dazukommt.
Bei einer Bestellung von 45 € gehen mit rund 13 % Provision 5,85 € an die Plattform. Dieselbe Bestellung über Deinen eigenen Shop kostet Dich bei einer lokalen Karte rund 1,06 € an Zahlungskosten, dazu die Servicegebühr ab 1 %, auf 45 € also 0,45 € bei einer Abholbestellung.
Die Preisparitätsklausel und das Bundeskartellamt
Wenn Du eigene Preise durchsetzen willst, ist die Klausel wichtig, die Dir verbietet, Deine Gerichte anderswo günstiger anzubieten als bei der Plattform. Das Bundeskartellamt hat eine solche Preisparitätsklausel in den Bedingungen von Lieferando, also der Yd. Yourdelivery GmbH, geprüft.
Das Verfahren wurde am 12. Juli 2023 aus “Ermessensgründen” eingestellt, weil sich eine erhebliche Marktzutrittsschranke nicht ausreichend belegen ließ. Das Amt hat dabei ausdrücklich festgehalten, dass dies keine Aussage über die Rechtmäßigkeit der Klausel ist, und beobachtet den Markt weiter. Quelle: bundeskartellamt.de, Pressemitteilung vom 12. Juli 2023.
Für Dich heißt das: es gibt kein Urteil, auf das Du Dich berufen kannst. Was in Deinem Vertrag zu Deinen eigenen Preisen steht, liest Du am besten selbst nach, bevor Du in Deinem eigenen Shop andere Preise ansetzt.
Wann sich der Wechsel rechnet
Ein Wechsel läuft schrittweise, und die Plattform bleibt dabei stehen.
Die Frage ist, welcher Teil Deiner Bestellungen dort nicht liegen muss. Schau Dir zwei Zahlen an: wie viele Deiner Bestellungen Abholungen sind, und wie viele von Gästen kommen, die schon einmal bei Dir bestellt haben. Das sind die beiden Gruppen, für die die Plattform am wenigsten tut und an denen sie am meisten verdient.
Stelle Deinen eigenen Bestellkanal mit SOUS Commerce daneben und lasse Lieferando für neue Gäste stehen, während Du Wiederkehrer und Abholungen verlagerst. Ab zwei Standorten summiert sich das schnell, weil sowohl der Prozentsatz als auch die Doppelarbeit pro Standort mitskalieren.
Den ersten Shop richtest Du über den Storefront-Generator ein: Du suchst Deinen Betrieb über Google Places, und die Karte kommt von dort, wo Du gelistet bist, auch bei Lieferando.
Häufige Fragen
Sind diese Sätze verhandelbar?
Lieferando veröffentlicht keine Preisliste für Restaurants, also ist nicht einmal der Ausgangspunkt öffentlich. Ob und wie bei größeren Volumen abgewichen wird, ist deshalb noch schwerer zu beurteilen als bei Plattformen mit veröffentlichten Sätzen. Maßgeblich ist Dein Vertrag.
Zahle ich auch Provision auf die Liefergebühr, die der Gast zahlt?
Das ist nicht veröffentlicht und unterscheidet sich je nach Modell und Vertrag. Auf Deinen eigenen Abrechnungen ist es zu sehen, denn dort steht, worauf der Prozentsatz gerechnet wurde.
Kann ich auf der Plattform bleiben und einen eigenen Shop haben?
Ja, und für die meisten Betriebe ist das auch der sinnvollste Weg. Die Plattform bringt neue Gäste, und Dein eigener Onlineshop mit SOUS Commerce nimmt die Wiederholungsbestellungen auf.
Was passiert mit meinen bestehenden Gästen, wenn ich wechsle?
Mitnehmen kannst Du sie nicht, weil Du ihre Daten nicht hast. Was funktioniert, ist sie in dem Moment zu erreichen, in dem sie bei Dir sind. Ein QR-Code auf der Verpackung tut das, genauso eine Karte in der Tüte oder ein Angebot auf dem Kassenbeleg.






